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Psychische Belastung und Intelligenzminderung - Herausforderungen für Betroffene und ihre psychosozialen Bezugssysteme

Die Veranstaltung ist ausgebucht

Programm
9.00Uhr bis 9.30UhrAnkommen und Registrierung
9.30Uhr bis 9.45Uhr Begrüßung
Moderation Wilhelm Rotthaus
9.45 Uhr Michael Buscher: Dann bist Du sicher traurig, dass Du kein behindertes Kind hast.
10.15 Uhr Klaus Hennicke: Entwicklungsorientierung und ihre inkludierende Wirkung
10.45 bis 11.00 Uhr Diskussion
Pause
Moderation Klaus Hennicke
11.30 Uhr Ursula Robertz: Neue Wege: Multifamilientherapie in einer rehablitativen Wohngruppe
12.00 Uhr Martin Kühn: Trauma und behindertes Leben – Grundlagen pädagogischer Interventionen
12.30 bis 12.45 Uhr Diskussion
Mittagspause mit Imbiss
13.45 Uhr Vorstellung der Workshops
14.OO bis 16.00 Uhr Workshops
16.15 Uhr Plenum mit den wichtigsten Impulsen aus den Workshops
16.45 Uhr Marco Grof: Herausforderung Zukunft: Das systemische Konzept der Heilpädagogischen Ambulanz Berlin
17.30 Uhr Tagungsende

Workshops

In den Workshops soll es Impulsreferate der ReferentInnen geben. Die Teilnehmer können Fälle einbringen, (gern auch kurze Fallvignetten vorab an Michael.Buscher@lvr.de zwecks Weiterleitung an die ReferentInnen), die von den ReferentInnen und dem Plenum diskutiert werden.

I. Herausforderung Trauma für Pädagogik und Psychiatrie

Referenten:

  • Martin Kühn, Traumapädagogisches Institut Norddeutschland
  • Ursula Robertz, KJP Viersen

Menschen mit Intelligenzminderungen sind in hohem Maß von unterschiedlichsten Traumatisierungen betroffen, die von medizinischen Eingriffen über Erfahrungen mit Ausgrenzung und Gewalt bis hin zu sexueller Traumatisierung reichen. Konzepte sowohl aus dem pädagogischen als auch dem klinisch-psychiatrischen Bereich werden als Anregungen zum Erfahrungsaustausch mit den Teilnehmerinnen vorgestellt und diskutiert.

II. Herausforderung Aggressivität im Kontext von Behindertenhilfe, Psychiatrie und inklusiven (?) Auftragslagen

Referenten:

  • Sven-Olaf Roghan, HPH Netzwerk West
  • Stephanie Heidenreich, KJP Viersen
  • Tanja Marquez-Gonzales, KJP Viersen

Eskalative Aggressivität und Gewalt gehören zu den größten Herausforderungen, vor die Familien, Betreuer, Mitpatienten oder Bewohner gestellt sind. Immer mehr hat sich der Begriff der „Systemsprenger“ eingebürgert.

Es geht auch um die Frage, wer unser (Be-)Handeln beauftragt oder berechtigt, wenn die Aggressivität für unsere Klienten oft das einzige erlernte Handlungsinstrument und für sie eher weniger ein Problem ist.

Im Workshop sollen Erfahrungen und mögliche Lösungswege aus Wohnheimen und Psychiatrie bezogen auf Jugendliche und Erwachsene ausgetauscht und Lösungsansätze vorgestellt werden. Schließlich soll Platz sein für den Umgang mit Resignation und Überforderung.

III. Herausforderungen an die Phantasie – kreative (nicht allein sprachgebundene) Lösungen aus dem „Schatzkistenprojekt“ der KJP Viersen

  • Maren Krüger
  • Peter Mai
  • Antje Stufferz
  • Anke Simon
  • Theresa Vau
  • Claudia Wach

Anhand konkreter Beispiele sollen multidisziplinär kreative, nicht allein sprachbasierte Zugangswege und Lösungen in schwierigen Problemlagen skizziert und diskutiert werden. Ausgangspunkt sind die Erfahrungen im Behandlungsschwerpunkt der KJP Viersen. Die TeilnehmerInnen sind herzlich eingeladen, in die „Schatzkiste“ hilfreicher Lösungen ihre Erfahrungen (nicht nur mit Kindern und Jugendlichen) einzubringen.

III. Herausforderungen in der ambulanten, insbesondere auch der aufsuchenden Beratung – neue Netzwerke

Referenten:

  • Marco Grof, HeilPädagogische Ambulanz Berlin
  • Angelika Ahmed, Birgit Hackenberg, aufsuchende Spezialambulanz KJP Viersen
  • Miriam Battistiol, Elke Greven, Spezialambulanz Erwachsenenpsychiatrie Viersen

Gerade für Menschen mit psychischen Störungen und Intelligenzminderungen besteht immer noch ein erheblicher Mangel an Behandlungsangeboten. Die Heilpädagogische Ambulanz Berlin hält beispielhaft ein ungewöhnlich breites Angebot vor. Zusammen mit der Viersener (auch aufsuchende) KJP- Ambulanz sowie die Spezialambulanz der Erwachsenenpsychiatrie werden fallbezogen aktuelle Optionen dargestellt. Ziel des Workshops wäre auch, zusammen mit den TeilnehmerInnen, Möglichkeiten kooperativer Vernetzungen auszuloten.

Literatur

Bienstein, P. u. J. Rojahn (Hrsg.) (2013): Selbstverletzendes Verhalten bei Menschen mit geistiger Behinderung. Göttingen (Hogrefe).

Buscher, M. u. K. Hennicke (2017): Psychische Störungen bei Kindern und Jugendlichen mit Intelligenzminderung. Heidelberg (Auer)

Caby, F. u. A. (2009) Die kleine Psychotherapeutische Schatzkiste. Tipps und Tricks für kleine und große Probleme vom Kindes- bis zum Erwachsenenalter. Dortmund (Borgmann)

Došen, A. (2010): Psychische Störungen, Verhaltensprobleme und intellektuelle Behinderung. Ein integrativer Ansatz für Kinder und Erwachsene. Herausgeber und Bearbeiter der deutschsprachigen Ausgabe: Klaus Hennicke und Michael Seidel. Göttingen (Hogrefe).

Gahleitner, S.B., Hensel, T., Baierl, M., Kühn, M., Schmid, M. (Hg.) (2017) Traumapädagogik in psychosozialen Handlungsfeldern. Göttingen. Vandenhoeck & Ruprecht

Häßler, F. (2016): Intelligenzminderung. S2k-Leitlinie. Berlin (Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft).

Retzlaff, R. (2010): Familien-Stärken. Behinderung, Resilienz und systemische Therapie. Stuttgart (Klett-Cotta).

Sappok, T. u. S.Zepperitz (2016): Das Alter der Gefühle. Bern (Hogrefe)

Sarimski, K. (2014): Entwicklungspsychologie genetischer Syndrome. Göttingen (Hogrefe).

Schanze, C. (Hrsg.)(2010): Psychiatrische Diagnostik und Therapie bei Menschen mit Intelligenzminderung. Ein Arbeits- und Praxisbuch für Ärzte, Psychologen, Heilerziehungspfleger und -pädagogen. Stuttgart (Schattauer)

Stahl, B. u. D. Irblich (Hrsg.) (2005): Diagnostik bei Menschen mit geistiger Behinderung. Ein interdisziplinäres Handbuch. Göttingen (Hogrefe).

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