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Tiergestützte Therapie und Pädagogik (TGT/TGP)

Schon im 18. Jahrhundert konnte beobachtet werden, dass psychisch kranke Menschen durch die Versorgung von Tieren in ihrer Selbstwirksamkeit gestärkt werden konnten. In den 1960er Jahren machte u.a. die Beobachtung und Veröffentlichung durch den amerikanischen Kinderpsychotherapeuten Boris Levinson auf die Wirkung von Hunden in der Therapie aufmerksam.

Unter Tiergestützter Therapie (TGT) bzw. Tiergestützter Pädagogik (TGP) wird nach der Definition der International Association of Human Animal Interaction Organizations (IAHAIO) eine zielgerichtete, geplante und strukturierte therapeutische bzw. pädagogische Intervention verstanden, die von professionell im Gesundheitswesen bzw. der Pädagogik ausgebildeten Personen durchgeführt wird. TGT strebt dabei die Verbesserung physischer, kognitiver, verhaltensbezogener und/oder sozio-emotionaler Funktionen an. Das Ziel der TGP liegt in der Verbesserung von prosozialen Fertigkeiten und kognitiven Funktionen (IAHAIO Weissbuch 2014). Prinzipiell soll das eingesetzte Tier den Therapeuten bzw. Pädagogen/Erzieher bei der Ausübung der eigenen Profession unterstützen.

In der Kinder- und Jugendpsychiatrie der LVR-Klinik Viersen gibt es bereits eine über 10-jährige Erfahrung in der tiergestützten Pädagogik und Therapie. Derzeit arbeiten mehr als 13 Kolleginnen unterschiedlicher Professionen (Heilpädagogik, Pädagogik, Erzieher, Lehrer, Krankenpflege, Psychologie und Medizin) tiergestützt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der tiergestützten Arbeit mit Hund. Derzeit gibt es vier nach der European Society of Animal Assisted Therapy (ESAAT) zertifizierte Therapie-Begleithunde-Teams und eine Mitarbeiterin mit der zusätzlichen Qualifikation als Fachkraft für Tiergestützte Therapie.

Seit 2017 werden zusätzlich zum internen Austausch regelmäßige Inhouse-Fortbildungen mit externen Referenten durchgeführt. So erfolgte beispielsweise eine praktische Fortbildung mit Wilfried Theißen (Hundetrainer, Verhaltensberater und freier Dozent am Schulungszentrum für Hundetrainer von Ziemer & Falke) zur Verbesserung der individuellen Kommunikation der einzelnen Therapiebegleithunde-Teams sowie eine Fortbildung zum Thema „Tiergestützte Interventionen bei psychisch erkrankten Jugendlichen“ mit Frau Dr. med. vet. Josefine Heckhausen-Reinartz, Vorsitzende des Vereins Tiere als therapeutische Begleiter e.V.. Auch für das Jahr 2019 sind bereits Weiterbildungen geplant.