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Stationsäquivalente Behandlung

Psychische Erkrankungen oder auch kurzzeitige, aber schwere psychische Krisen können in jedem Lebensalter auftreten und jeden betreffen. Eine solche Krise ist immer ein erheblicher Einbruch und mit vielen Ängsten und Einschränkungen in der gewohnten Lebensqualität verbunden. Bei Kindern und Jugendlichen ist immer auch das gesamte Familiensystem betroffen. Gemeinsam suchen die Familien meist auf vielfältige Weise Lösungswege. Dennoch reichen die oft erheblichen Anstrengungen allein nicht aus und die Kinder und Jugendlichen benötigen professionelle Unterstützung bei der Bewältigung der Krise oder Erkrankung.

Behandlungsschwerpunkte/ Krankheitsbilder

  • Emotionale Störungen (z.B. Angststörung, Depression, Zwangsstörung)
  • Störungen des Sozialverhaltens und der Emotionen (z.B. Wutausbrüche mit aggressiven Handlungen, Kontakt- und Beziehungsprobleme unter Gleichaltrigen und/oder zu Erwachsenen)
  • Schulabsentismus (starke Schulvermeidung)
  • Autismus-Spektrum-Störungen einschließlich Asperger-Syndrom
  • Aufmerksamkeitsstörungen (ADHS) einhergehend mit schulischen Lern- und Leistungsproblemen, Unruhe und Störverhalten
  • Psychosomatische Störungen (z.B. Essstörungen, Einnässen, Einkoten)
  • Ticstörungen
  • Posttraumatische Belastungsstörungen
  • Störungen der Persönlichkeitsentwicklung

Ziel der Stationsäquivalenten Behandlung

Die stationsäquivalente Behandlung (StäB) ist eine neue alternative Möglichkeit zu einer vollstationären Behandlung. Unser aufsuchendes Behandlungsteam arbeitet zusammen mit der betroffenen Familie im unmittelbaren Lebensumfeld der Kinder und Jugendlichen. Oberstes Ziel dabei ist, eine krisenhafte Entwicklung aufzuhalten und ggf einen stationären Aufenthalt zu verkürzen oder ganz zu vermeiden. Zusätzlich werden durch eine Behandlung zu Hause unterstützende Ressourcen und die sozialen Bezüge gezielt gestärkt und für die Bewältigung der Krise genutzt. Auch eine Aufnahme im Rahmen einer diagnostischen Abklärung stellt eine Möglichkeit einer stationsäquivalenten Behandlung dar.

Wichtig:

Manchmal kann es während der Behandlung zu Hause notwendig oder auch sinnvoll sein, ergänzend oder vollumfänglich eine andere Behandlungsform zu wählen. Eine solche Entscheidung wird jedoch nach Möglichkeit stets vom Behandlungsteam gemeinsam mit der Patientin oder dem Patienten getroffen.

Die Voraussetzungen für eine stationsäquivalenten Behandlung

  • Es liegt eine psychische Erkrankung oder Krise vor, die stationär behandlungsbedürftig ist. Die Aufnahme in unser Behandlungskonzept wird für jeden Einzelfall geprüft.
  • Der/die Patient*in und die Familie arbeiten aktiv an den gemeinsamen Behandlungszielen in den verschiedenen Behandlungsbausteinen mit.
  • Räumliche Voraussetzungen, um in Ruhe zu zweit/ zu dritt Gespräche führen zu können
  • Der Wohnort des/der Betroffenen liegt im Kreis Viersen, Rhein-Kreis-Neuss, Kreis Heinsberg, Krefeld, Mönchengladbach.

Vor der Aufnahme

Vor Behandlungsbeginn wird in einem Vorgespräch bei Ihnen zu Hause abgestimmt, inwieweit StäB eine geeignete Form der Behandlung sein kann. Dabei werden unser Behandlungskonzept und -ziele besprochen.

Die Behandlung

In unserem Team arbeiten Fachärzt*innen, Pflegekräfte, Erzieher*innen, Psycholog*innen, Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut*innen und Fachtherapeut*innen eng zusammen. Dabei erstellen wir einen individuellen Behandlungsplan, der gezielt an die spezifischen Bedürfnisse der jungen Patient*innen angepasst wird. Die einzelnen Behandlungsbausteine ergänzen einander zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept. Je nach Bedarf werden ergänzend psychotherapeutische und fachtherapeutische Einzel- und Gruppenangebote der Klinik mit in die Behandlung einbezogen.

Die Behandlung findet in Form von Einzel-, Familien-, Gruppen- und Systemtherapie statt. Bei Bedarf ist auch eine Beschulung in der Schule für Kranke, welche der Klinik angegliedert ist, möglich.

Kontakt

Anmeldung, Casemanagement Nadine Sielaff
Telefon: 02162-96-5060
Bürozeiten:Montag bis Donnerstag: 8:00 - 13:00 Uhr
Email: nadine.sielaff@lvr.de
Fachärztliche Leitung Team StäB Nadine Brose
Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
Oberärztin StäB (Stationsäquivalente Behandlung)
Chefarzt Dr. Ingo Spitczok von Brisinski
Chefarzt Abt. 1
Fachbereichsarzt
Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters
Postadresse LVR-Klinik Viersen
Fachbereich Kinder- und Jugendpsychiatrie
StäB
Horionstr. 14
41749 Viersen